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Denkmal Frieden

Read 954 times Zuletzt geändert am Freitag, 27 Dezember 2019 22:34
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Wir haben uns daran gewöhnt, wir wurden daran gewöhnt, dass Kriege "stattfinden", weil es sie angeblich immer schon gab und deshalb auch immer geben wird, schreibt Susanne Jalka in "Denken – Kunst – Frieden". Diese gefährliche Sichtweise, bildet eine Deutungsmacht, prägt die öffentliche Meinung, leitet Denken und Handeln auf meist unbewußten Ebenen.

Frieden erscheint damit wünschenswert aber naiv, dauerhaft nicht zu erreichen. Frieden wird als Abwesenheit von Krieg definiert mit Harmonie und Konfliktfreiheit gleichgesetzt und bringt damit die Ideologie der Sicherheitslogik hervor, nach der miltärische Waffen benötigt werden, um Sicherheit, bzw. den Frieden zu gewährleisten, um angeblich Kriege zu vermeiden. Die große Zahl und Allgegenwart uns umgebender Kriegsdenkmäler verstärkt möglicherweise sogar diese Sichtweise. Im besten Fall wird zwar daran erinnert, welche Schrecken und Leid, Kriege verursachen, aber es werden nicht die Konflikte thematisiert, die zum Krieg geführt haben und nach Beendigung des Krieges in der Regel ungelöst fortbestehen. Vielleicht braucht es neue Narrative?

  • Mit einem Friedens-Denkmal soll daher nicht der Wunsch nach Harmonie und Glück ausgedrückt werden.
  • Frieden soll gerade nicht als Gegensatz zum Krieg definiert werden.
  • Es geht darum, zu einem Denken anzuregen, das Konflikte nicht mehr als Bedrohung wahrnimmt, sondern als Möglichkeit einer Entwicklung, als Quelle von Erkenntnis und vielleicht sogar als Bereicherung des Lebens begreift.
  • Es könnte auf die faszinierende Vielfalt und Komplexität von Konflikten aufmerksam machen und daran erinnern, dass in den allermeisten Fällen Konflikte erfolgreich ohne Waffengewalt ausgetragen werden, dass zivile Konfliktbearbeitung ein Erfolgsmodell ist.
  • Es könnte an erfolgreiche FriedensstifterInnen und friedenssstiftende Maßnahmen erinnern. Auch die Stadt Karlsruhe hat hier einiges zu bieten.
  • Es könnte die Erkenntnisse der Friedensforschung ins Bewußtsein rücken: Begreiflich machen, dass zwischenstaatliche Gewalt überwunden werden kann durch Übertragung der Macht an übergeordnete Institutionen, die durch Gesetze als Zentralgewalt über Autorität verfügt (siehe völkerrechtliche Vertragswerke und Vereinte Nationen).

Zum Weiterdenken sei die Textsammlung als Buch Denken-Kunst-Frieden, herausgegeben von Susanne Jalka 2019 empfohlen.

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